„Maschinenverkauf ist eine Männerdomäne“: Anna Tsoy von der usbekischen Mayer & Cie.-Vertretung TTS über ihren erfolgreichen Weg in der Rundstrickwelt

Anna Tsoy ist Geschäftsführerin von TTS, der usbekischen Mayer & Cie. Vertretung. Seit zehn Jahren vertritt TTS die Rundstrickmaschinen des deutschen Premiumherstellern in dem vorderasiatischen Land. Anlässlich des ersten zweistelligen Jubiläums haben wir Anna Tsoy gebeten, uns ein paar Fragen zu beantworten. 

Zum Jahresende 2022 konntet Ihr mit TTS das Jubiläum zur zehnjährigen Mayer-Vertretung feiern. Kannst Du Dich an die Anfänge der Zusammenarbeit erinnern?

Zum ersten Mal in Kontakt mit Mayer & Cie. kam ich im Jahr 2006. Ich hatte gerade bei der Agentur angefangen, die damals Mayer & Cie. vertrat. Als dieses Unternehmen sein Geschäft 2008 einstellte, wechselte ich zur Ferrostal AG, die die Mayer & Cie.-Vertretung übernahmen. Dort arbeitete ich bis 2012. Mir war es wichtig, mich ganz den Rundstrickmaschinen zu widmen, weshalb ich mich für eine selbstständige Karriere entschieden habe.

Nachdem ich diese Entscheidung getroffen hatte, nahm ich Kontakt zu Rainer Mayer auf, dem damaligen geschäftsführenden Gesellschafter von Mayer & Cie. Ich reiste nach Deutschland, um meine Idee mit ihm zu besprechen. Er hörte mir zu und sagte: „Anna, Du machst einen großartigen Job und ich bewundere Deinen Mut. Aber Du bist eine junge Frau, die Rundstrickmaschinen in einem Land wie Usbekistan verkaufen will. Das ist tollkühn. Trotzdem: Ich vertraue Dir. Lass uns das gemeinsam angehen.“

Also gründete ich meine Firma “Textile Technologies and services” LLC, die ich 2012 eröffnete. Ich war damals 29 Jahre alt. Im ersten Jahre verkauften wir rund acht Maschinen. Vergangenes Jahr haben wir mit rund 130 Maschinen abgeschlossen. Beim Vertreter-Meeting 2019 war Usbekistan schon einer der Top-Drei-Märkte von Mayer & Cie.

Wie hast Du das geschafft?

Ganz ehrlich: Einfach war das nicht! War es aber nie für mich. Mein erstes Verkaufsgespräch, auf mich allein gestellt, hatte ich mit 25. Da arbeitete ich bei meiner ersten Agentur. Die anderen Teilnehmer waren zögerlich; sie wussten nicht, ob sie mich ernst nehmen sollten oder nicht. Maschinen zu verkaufen ist eine Männerdomäne.

Deshalb kannten mich die Leute schon, als ich 2012 TTS eröffnete. Da war schon klar, dass ich etwas vom Geschäft verstehe.

Von Mayer & Cie. bin ich überzeugt, bis in die Haarspitzen. Die Qualität, die Technologie, die Zuverlässigkeit – das alles spricht für sich. Nachdem unsere Kunden realisiert haben, dass hier das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, sind die Verkaufszahlen in Usbekistan stark angestiegen. Kunden, die mit Mayer & Cie. arbeiten, bleiben dabei.

Neulich kam ein Kunde wegen eines Erweiterungsprojekts auf uns zu. Seine bisherigen Maschinen stammten von einem anderen Hersteller, aber es war ihm wichtig, auf Mayer & Cie. umzusteigen.

Wo siehst Du die größte Chance in deiner bisherigen Karriere?

Ich habe zweimal an technischen Trainings bei Mayer & Cie. inhouse teilgenommen. Zu beiden Gelegenheiten bin ich jeweils für eine Woche vor Ort geblieben. Bei beiden Malen habe ich enorm viel über die Maschinen und ihre Technologie gelernt. In diesen intensiven Sessions ging es um Stoffe genauso wie um die Maschinentechnologie. Wenn ich heute mit Kunden spreche, dann kann ich über Technologie reden. Die meisten von uns bei TTS sind sehr fit in Sachen Technik. Einer unser Techniker war schon 2007 mit mir bei meinem früheren Arbeitgeber. Er schult heute selbst andere Techniker. Wir haben zudem ein Netzwerk versierter Freelancer, so dass wir alle mechanischen Maschinen selbst installieren können; dasselbe gilt für Service und Instandhaltung. In Corona-Zeiten, als keine Reisen unternommen werden konnten, war das extrem hilfreich. Ehrlich gesagt war das unser größter Vorteil gegenüber unseren Mitbewerbern.

 

Okay, das Thema Chance haben wir besprochen. Was war die größte Herausforderung?

Von Anfang an hat es mich viel Zeit und Einsatz gekostet, mein Geschäft zum Laufen zu bringen. Es ist eine Männerwelt, in der ich bestehen musste, mir keine Fehler erlauben durfte. Eigentlich musste ich der bessere Mann sein.

Heute wissen die Kunden, dass sie sich auf mein Wort verlassen können. Ich verspreche nichts einfach so, sondern versichere mich bei Mayer & Cie. immer rück. Aber wenn ich mein Wort gebe, dann halte ich es auch. Wir haben gute Techniker und sind 24/7 erreichbar. Wenn etwas gemacht werden muss, dann tun wir es.

Was war Dein Highlight in der zehnjährigen Zusammenarbeit mit Mayer & Cie.?

Da habe ich zwei, zum selben Anlass. Das erste war meine erste Reise zum Vertreter-Meeting bei Mayer & Cie. im Jahr 2016 oder 2017. Zwei Jahre später, 2019, als ich wieder vor Ort war, wurde Usbekistan als dritt-erfolgreichste Vertretung im gesamten Mayer & cie.-Netzwerk ausgezeichnet. Wow!

Kannst Du uns einen Überblick geben über die Maschinen, die in Usbekistan populär sind?

Die Relanit ist seit 2015 unser Bestseller. Die Kunden kaufen nur diese Maschine. Der größte Einzelauftrag umfasste 89 Stück seitens eines Kunden der bereits 21 Relanit 3.2 HS-Maschinen in seiner Strickerei stehen hatte. Insgesamt kaufte er 110 Maschinen.

Heute werden wir für Projekte angefragt mit durchschnittlich 20 bis 30 Maschinen. Jüngst haben wir die dritte Nachorder über 56 Maschinen bekommen.

Neben der Relanit 3.2 HS ist die MBF 3.2 eine häufige Wahl. Das ist einfach die beste Maschine für dreifach Bindefadenfutter aus Baumwolle. Für Interlock ist die D4 3.2 gefragt, für Ripp die D4 2.2. Außerdem populär ist die MPU 1.6. Die genannten Maschinen sind quasi unser „Standard-Paket“.

Welches sind Deine Ziele für die nächsten zehn Jahre?

Wir wollen die 1. 000er-Marke knacken, also 1.000 Maschinen und mehr in Usbekistan verkaufen. Das Potential dazu ist vorhanden: Usbekistan produziert 3,5 Millionen Tonnen Rohbaumwolle jedes Jahr. Daraus werden 1,7 Millionen Tonnen Baumwollgarn hergestellt. Garn darf nicht in den Export gehen, sondern muss im Land weiterverarbeitet werden, das heißt es braucht Webereien und Strickereien. Das erhöht natürlich unsere Chancen, Textilmaschinen zu verkaufen.

Was sollte Mayer & Cie. tun, um Euch beim Erreichen Eures Ziels zu unterstützen?

Weiterhin hochwertige Qualität liefern, Qualität ist das wichtigste! Und die Produktion, so wie sie ist, in Albstadt belassen.

TTS hat seit zehn Jahren die Vertretung von Mayer & Cie. in Usbekistan inne. Anna Tsoy (zweite von rechts) hat das Unternehmen 2012 gegründet.

Ansprechpartner:

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Mayer & Cie. GmbH & Co. KG
Emil-Mayer-Strasse 10
D-72461 Albstadt

Postadresse:
Postfach 201580
D-72438 Albstadt

Tel. +49 (0)7432 700-0
Fax +49 (0)7432 700-362
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Die zweite Schülergruppe vor dem Truck der Südwestmetall.

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