Digitalisierung im Mittelstand: Sebastian Mayer von Mayer & Cie. hält Keynote bei SAP PLM Infotagen

Sebastian, Du hältst bei den SAP PLM Infotagen, die vom 18. bis 19. Mai 2021 virtuell stattfinden, eine Keynote. Wie kam es zu diesem Vortrag zum Product Lifecycle Management, kurz PLM?

Die Gelegenheit, bei den SAP PLM Infotagen zu sprechen, kam über unseren Implementierungspartner CENIT zustande. Das Unternehmen hat uns als Redner vorgeschlagen, da wir einen im Mittelstand relativ hohen Reifegrad hinsichtlich der SAP-Plattformstrategie erreicht haben.

Mayer & Cie. ist ein mittelständischer Rundstrickmaschinenbauer. Was hat das Unternehmen zum PLM-Ansatz geführt?

Naja, wahrscheinlich waren wir in derselben Situation wie viele Maschinenbauer: Insbesondere unsere Entwicklungs- und Konstruktionsabteilung hat Schnittstellen in jede andere Abteilung des Hauses, sei es bei der Unterstützung in der Montage, einem Lieferantenwechsel oder einem Servicefall. Eigentlich kommt kaum ein Geschäftsprozess ohne unsere Konstruktionsabteilung aus; die ist so eine Art Dienstleister für das ganze Unternehmen.

Wir hatten früher keinen zentralen Kanal, um Aufgaben zu sammeln oder gar zu priorisieren, die auf ganz unterschiedlichen Wegen in der Konstruktion aufgelaufen sind: per E-Mail, per Telefon oder persönlich. Außerdem hatten wir technisch gesehen zwei separate Datenbanken, in denen wir unsere Produktinformationen organisiert haben: eine für unsere „Entwicklungs- und Konstruktionswelt“ und die andere für unsere „Produktionswelt“. Das führte zu vielen Redundanzen und doppelter Arbeit.

Weil wir diese verschiedenen, teilweise veralteten Systeme hatten, konnten wir keinen durchgängigen digitalen Prozess abbilden. Der wiederum ist aber Grundvoraussetzung einer sinnvollen Digitalisierungsstrategie.

Welche Ziele verfolgt Mayer & Cie. mit PLM?

Aufgrund der gerade dargelegten Schwierigkeiten haben wir einen integrativen Ansatz gesucht. Vor allem war uns wichtig, die Konstruktionswelt und unsere Produktionswelt enger zusammenzubringen. Im Mittelpunkt stand eine moderne Infrastruktur, um Prozesse zu automatisieren und die Datenhaltung zu zentralisieren. Und natürlich sollten – und sollen – alle nachfolgenden Prozesse effizienter werden. So, dass jeder am Prozess Beteiligte jederzeit mit den identischen und aktuellsten Informationen arbeiten kann – sei es in der Konstruktion selbst über unsere Produktionsprozesse bis hin zu den Servicetechnikern bei der ausgelieferten Maschine.

Digitalisierung fällt bekanntlich nicht vom Himmel. Welche Vorarbeit war nötig, um den heutigen PLM-Stand zu erreichen?

Wir haben vor etwa sechs Jahren mit unserer Digitalisierungsreise begonnen. Wir hatten vorher schon ein älteres, ziemlich „verbogenes“ SAP-System, das nicht mehr releasefähig war. Das haben wir durch ein neues ersetzt. Das haben wir sehr nah am Standard eingeführt, um mit geringen internen Aufwand von Weiterentwicklungen der SAP regelmäßig partizipieren zu können. An der Stelle haben wir uns auch entschieden, das SAP-ERP zukünftig als führendes System einzusetzen. Dementsprechend haben wir unsere Prozesse neu organisiert.

Weil Digitalisierung nie eine Einzelaufgabe sein darf, keine Insellösung, sondern alle Abteilungen und Projekte umfassen muss, haben wir die Verantwortlichkeiten zu digitalen Projekten zentralisiert. Seit 2017 fließen bei mir die Fäden zusammen.

Wir haben dann Felder für unserer Digitalisierungsstrategie entwickelt und diese priorisiert: Digital Manufacturing, also die Ideen von Industrie 4.0 in der Produktion, digitale Prozesse und Organisation innerhalb des Unternehmens, das Erfüllen gesetzlicher und systemischer Anforderungen und, ganz zentral, ein digitales Produkt und digitale Prozesse und damit einhergehend neue Kundenerlebnisse.

Unser PLM-Ansatz ist die Grundlage für quasi alle Digitalisierungsfelder. Er spiegelt sich mittlerweile auch überall wider – zum Beispiel im Webshop für die Ersatzteile, der sich in Zukunft an der Philosophie eines digitalen Zwillings orientieren soll.

Der zentrale Ansporn unserer Digitalisierungs- und somit auch für die PLM-Strategie ist und bleibt der Kunde: Ihm wollen wir schlanke, innovative Prozesse und neue Erlebnisse bieten, um unserem Anspruch des Technologie- und Innovationsführers im Markt gerecht zu werden.

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