Die Fine-gauge-Regel: Dos und Don‘ts für Rundstrickware in Teilungen ab E36

Beim VDMA Webtalk am 17. Februar 2021 sprachen Vertreter von Mayer & Cie., Groz-Beckert und Thies über die Herausforderungen in der Herstellung von Fine-Gauge-Rundstrickware. Gestricke mit Teilungen feiner als E36 bestehen aus sehr kleinen Maschen, was zu einem leichten, durchsichtigen und funktionalen Stoff führt, der für eine Vielzahl an Anwendungen populär geworden ist. Dank seines feinen Griffs und hohen Tragekomforts wird er beispielsweise im hochwertigen Wäschebereich eingesetzt. Auch als Basic Layer im Sportbereich oder als Laufshirt findet er seine Anwendung; dann ist die hohe Feinheit ein Differenzierungsmerkmal. Die Popularität erstreckt sich bis auf die Badebekleidung. Selbst im technischen Bereich kommen feine Gestricke zum Einsatz, unter anderem für Filter.

Der steigenden Popularität feiner Gestricke entsprechend verfolgten rund 300 Interessierte aus aller Welt die Ausführungen der Experten beim Webtalk des VDMA Fachverbands Textilmaschinen.

Die Fine-gauge-Challenge beim Stricken: „Viel mehr als ein paar zusätzliche Nadeln“

Der Rundstrickmaschinenhersteller Mayer & Cie. eröffnete mit seiner Präsentation die Expertenvorträge. Verkaufs- und Serviceleiter Wolfgang Müller informierte über die Herstellung von Gestricken von E36 bis E44 und sogar bis zu E60, die er als ultra-fine-gauge bezeichnete. Solche Stoffe finden sich beispielsweise in feiner Nachwäsche.

Wenn es darum geht, „hochwertige Stoffe so fein wie Papier“ herzustellen, „braucht es mehr als ein paar zusätzliche Nadeln“, stellte Verkaufsleiter Müller klar. Während des Strickprozesses liegt die größte Herausforderung im Vermeiden von vertikalen und horizontalen Streifen sowie Barré-Effekten. Hochwertige Strickelemente, insbesondere Nadeln, Platinen, Zylinder und Rippschloss, sind zentrale Voraussetzungen, um vertikale Linien zu vermeiden. Eine konstante Garnspannung, von der Spule bis zum Fadenführer, hilft horizontale Linien im Griff zu behalten. Weil ein nicht-konzentrischer oder nicht nivellierter Strickkopf zu Barré-Effekten führen können, ist Präzision einmal Mehr ein Muss. Für das Stricken von Interlock-Stoffen in feinen Teilungen ist das sogar doppelt wichtig: Bei einer Double-Jersey-Maschine müssen Zylinder wie Rippscheibe sowohl für sich alleine wie auch im Zusammenspiel miteinander optimal ausgerichtet sein.

Quasi als Faustregel stellte Verkaufsleiter Müller deshalb die „Fine-Gauge-Regel“ auf:
Premiumgarn + Premiummaschine + tiefgreifende Prozesskenntnis = Hochwertiges Gestrick

Die Fine-gauge-Challenge für die Nadel: Präzision ist Grundvoraussetzung

Zum Einstieg seiner Präsentation wies auch Roland Simmendinger von Groz-Beckert auf die vielsprechenden Marktaussichten von feinen Gestricken in Single Jersey, Ripp und Interlock hin. Während er das Verhältnis von feinen Teilungen und steigender Nadelanzahl erklärte, unterstrich er die Tatsache, dass eine gängige Nadel für feine Teilungen nur 0,26 Millimeter dick ist. Dass hier höchste Präzision gefragt ist, versteht sich von selbst. Auch im Nähprozess, den der Fachmann von Groz-Beckert beleuchtete, ist bei der Verarbeitung von Fine-Gauge-Gestricken viel Feingefühl gefragt. Roland Simmendinger schloss seinen Vortrag mit dem Blick auf den gesamten Herstellungsprozess: „In jedem Schritt des Fine-Gauge-Herstellungsprozesses sind die Anforderungen hoch. Es braucht daher eine holistische Betrachtung, um ein hochwertiges Ergebnis zu erreichen.“

Die Fine-gauge-Challenge im Färbeprozess: Adäquate Handhabung für hochwertiges Endergebnis

Ralf Stange vom Textilmaschinenhersteller Thies, der sich auf das Thema Veredlung konzentrierte, nahm den Faden seines Vorredners direkt auf: Um in der Veredlung ein Premiumprodukt herzustellen, sei ein hochwertiges Vorprodukt unabdingbar. Im Veredlungsprozess beleuchtete er zentrale Aspekte wie Düse und Düsendruck auf, ebenso wie die minimale Spannung beim Transport des Gestricks in und aus der Stoffkammer. Der Thies-Sprecher wies außerdem auf wichtige Entwicklungen in Punkto Ökologie und Effizienz hin.

„Um auf die Fine-Gauge-Regel zurückzukommen, können wir festhalten, dass es für ein hochwertiges Ergebnis nötig ist, sich an die Experten zu wenden“, schloss Ralf Stange seinen Vortrag – und war damit ganz auf der Linie seiner Vorredner.

Die MV4 ist eine gängige Maschine für die Herstellung von fine gauge im Single Jersey Bereich.
Beispiele von Gestricken in feinen Teilungen.

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