Dimatex & Mayer & Cie.: 60 Jahre Zusammenarbeit im Dienste der Rundstrickmaschinen

Seit 1960 arbeiten der deutsche Rundstrickmaschinenhersteller Mayer & Cie. und die Firma Dimatex aus Buenos Aires, Argentinien zusammen. Drei beziehungsweise zwei Generationen haben die Partnerschaft von Hersteller und Repräsentant erfolgreich durch bisher sechs Jahrzehnte geführt. Heute steht die argentinische Rundstrick-Vertretung unter der Leitung von Fernando Ferradás, der mit Menschen und Maschinen bei Mayer & Cie. seit 30 Jahren eng verbunden ist.

“Textilmaschinen haben mich seit jeher fasziniert.”

Seit 1960 arbeiten Dimatex und Mayer & Cie. zusammen: Wie kam es zu dieser Verbindung?

Miguel Weyrauch hat 1957 die Firma Dimatex gegründet, als Vertretung von Groz-Beckert. Es hat nicht lange gedauert, bis er Kontakt zu Mayer & Cie. hatte, das ja nur wenige Kilometer entfernt seinen Sitz hat. 1960 übernahm er dann die Vertretung für die Rundstrickmaschinen. 1961 trat unser Vater Benito Ferradás in die Firma ein, und kurz danach wurde er der Partner von Miguel Weyrauch und damit von Dimatex.

Die Hälfte dieser Zeit, die letzten 30 Jahre, hast Du selbst miterlebt. Wie sah Dein eigener Weg ins Unternehmen aus?

Mir war schon als Jugendlicher klar, dass ich in die Fußstapfen unseres Vaters treten wollte. Textilmaschinen haben mich seit jeher fasziniert, so dass ich nach der Schule ein Studium zum Textilingenieur aufgenommen habe. Außerdem habe ich über zwei Jahre hinweg in verschiedenen Strickereien gearbeitet. Ich stand quasi neben dem Strickmeister, habe Spulen gewechselt, Stoffballen geschleppt, Maschinen geputzt und auch mal repariert. Das war harte, aber lehreiche Arbeit.

“Mit dem Mayer & Cie.-Verkäufer konnte ich nie ein Bier trinken gehen.”

Dann, ab 1989, da war ich noch am Anfang meines Studiums, habe ich angefangen bei Dimatex zu arbeiten. Das war ziemlich anstrengend, weil ich tagsüber gearbeitet habe und dann abends in die Uni gegangen bin. Den meisten meiner Kommilitonen ging es nicht besser, das hat geholfen. Richtig blöd war es aber, wenn der Mayer & Cie.-Verkäufer nach Buenos Aires kam. Mit dem konnte ich nie ein Bier trinken gehen, sondern musste ihn spätestens um 18 Uhr im Hotel absetzen, damit ich pünktlich in die Uni kam. Als ich nach sechs Jahren mein Diplom als Textilingenieur in der Tasche hatte, war das schon eine Erleichterung. Wobei ich das Zusammenspiel von Theorie und Praxis an sich klasse finde: Einige Jahren später, Ende der Neunziger, bin ich für ein MBA deshalb nochmal Student geworden.

Welche Aufgaben hattest Du in Deiner Anfangszeit bei Dimatex? Hast Du gleich mit Strickmaschinen angefangen?

Das war zumindest der Plan: Ich sollte bei Dimatex den Strickmaschinenverkäufer ersetzen. Weil uns Felix Kaufman aber erfreulicherweise länger erhalten blieb als gedacht, durfte ich erst mal mit dem Nadelverkauf anfangen. Das war ein Glück, denn so konnte ich alle Kunden, die irgendetwas mit Strick zu tun hatten, besuchen, kennenlernen und so mein Netzwerk ausbauen. Strickmaschinenverkäufer wurde ich erst Anfang der Neunziger, als Felix in den Ruhestand ging.

Heute liegt der Nadelverkauf bei Deinem Bruder. Wie hat sich diese Aufteilung ergeben?

Mein Bruder Diego trat 1995 ins Unternehmen ein, als Marketing-Spezialist. Das war klasse, weil wir uns prima ergänzt haben, ich als Ingenieur, er als Marketing- und Vertriebsspezialist. Zu der Zeit waren wir beide noch angestellt. 2004 haben wir uns dann mit Miguel Weyrauch geeinigt, Dimatex zu übernehmen und der Familie Weyrauch ihren Anteil abzukaufen. Seither sind wir Geschäftsführer. Diego und ich pflegen in der täglichen Arbeit ein enges, konstruktives und respektvolles Verhältnis. Das wirkt positiv auf das Geschäft, die Zusammenarbeit mit den Firmen, die wir vertreten, die Kundenbetreuung und die allgemeine Geschäftsführung. Aktuell arbeiten wir mit einem Team von sieben weiteren Kollegen.

“Ich habe meine Oma gefragt, wie man sich auf Deutsch korrekt vorstellt.”

Was waren Deine wichtigsten Meilensteine in 30 Jahren Mayer-Rundstrickmaschinen?

Einen bleibenden Eindruck hat meine erste ITMA auf mich gemacht. Das war 1991 in Hannover, eine richtig große Erfahrung für mich. Man muss sich das mal vorstellen: Ich, Anfang zwanzig, das erste Mal in Europa, das erste Mal auf einer ITMA. Dann sollte ich gleich noch die Herren Mayer kennenlernen, die Chefs von einem der wichtigsten Textilmaschinenbauer der Welt. Dazu kam die Herausforderung mit der Sprache, denn ich wollte und sollte ja Deutsch sprechen. Da war ich richtig nervös! Also bin ich zu meiner Großmutter, sie ist Österreicherin und mittlerweile 103 Jahre alt, und habe sie gefragt, wie man korrekt und höflich antwortet, wenn man auf Deutsch jemanden vorgestellt bekommt. Sie hat mir geraten, ich solle „Ich freue mich, Sie kennenzulernen“ sagen. Das habe ich dann auch gemacht, als ich Rainer und Peter Mayer zum ersten Mal getroffen habe. Es hat prima funktioniert, denke ich. Die Beziehung zu den beiden Mayers entwickelte sich jedenfalls sehr gut und wurde im Lauf der Zeit praktisch zu einer Freundschaft.

Eine ITMA sorgt oft für bleibende Erinnerungen. Gibt es noch weitere Highlights?

Ja, bei der darauffolgenden ITMA Milano, im Jahr 1995: Da bekam ich aus den Händen von Peter und Rainer Mayer unser erstes „Jubiläumsdiplom“ überreicht. Wir feierten damals 35 Jahre Zusammenarbeit. Und viele Jahre später, bei der ITMA 2007 in München, als wir eine Auszeichnung für die „beste Vertretung der Welt“ bekommen haben. Das war ein Zusammenspiel aus Marktanteil und Marktbetreuung. Rainer und Marcus Mayer haben mir die Urkunde überreicht. Das hat unser Team bei Dimatex und mich sehr stolz gemacht. Diese Urkunde ist auch ein Ansporn; wir strengen wir uns täglich an, um dieser Ehre weiterhin gerecht zu werden!  

Wann warst Du das erste Mal bei Mayer & Cie. vor Ort?

Das war nach der ITMA 1991, da kam ich nach Albstadt und habe bei Mayer eine kurze Schulung gemacht. Ich war ziemlich begeistert von dem, was ich dort gesehen habe. Drei Jahre später war ich dann ein paar Monate im Unternehmen, als ich fertig war mit der Universität. Deshalb fühlt sich Albstadt wohl bis heute wie ein zweites Zuhause an.

“Die Relanit ist einfach unschlagbar.”

Gibt es Maschinen, die einen besonderen Stellenwert für Dich haben?

Meine klare Nummer 1 ist die Relanit, das ganze Konzept, die einzelnen Maschinentypen, alles. Ich habe in all diesen Jahren nie eine Maschine gesehen, die der Relanit das Wasser reichen könnte. Die Tatsache, dass man die höchste Produktion bekommen kann, auch wenn man mit Garnen niedriger Qualität strickt, ist einzigartig.

Legendär war auf jeden Fall die OVJA 36, mit der hat Mayer den großen Sprung geschafft. Die Leute haben wohl jahrelange Wartezeiten in Kauf genommen, nur um eine dieser Maschinen zu ergattern. Allerdings habe ich die nicht mehr verkauft, das war Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre. Großen Eindruck hat außerdem die MV4 hinterlassen.

“Emil Mayer hätte ich gerne kennengelernt.”

Was ist Deine persönliche Lieblingsgeschichte aus den 60 Jahren Partnerschaft?

Das ist eine Geschichte, die ich nicht selbst erlebt, aber immer wieder erzählt bekommen habe: Die Gruppe Texcom hatte bis Anfang der sechziger Jahren nur bei der Konkurrenz gekauft. Dann haben sie Emil Mayer persönlich kennengelernt. Er bot dem damaligen Texcom Chef, H. Federico Jachimowicz, folgendes an: „Ich sende Ihnen eine Mayer-Maschine, und Sie bezahlen sie erst, wenn Sie mit der wirklich zufrieden sind.“ Dem Emil war natürlich klar, dass Texcom so oder so bezahlen würde, aber sei es wie es will, die Wette ist am Ende für beide Seiten erfolgreich ausgegangen: H. Jachimowicz war nicht nur mit dieser einen Maschine zufrieden, sondern kaufte künftig seine Maschinen nur noch bei Mayer & Cie.

Emil Mayer muss ein besonderer Mensch gewesen sein, mit einer Eigenschaft, die ich auf Spanisch wohl „seductor“ nennen würde. Ihn hätte ich gerne kennengelernt. Texcom ist übrigens bis heute Mayer-Kunde, exklusiver wohlgemerkt, mit locker mehr als 100 Mayer Rundstrickmaschinen in der Produktion.

Glücklich schätze ich mich, Peter und Rainer Mayer kennengelernt zu haben: zwei Menschen, deren Klarheit und Führungsstärke die Firma Mayer & Cie. auf ein Top-Niveau gebracht haben. Und dass ich jetzt mit Benjamin, Marcus und Sebastian Mayer zusammen arbeiten kann, ist mir eine echte Freude. Die vierte Generation hält die Firma jung, innovativ und produktiv. Sie verstehen die Marktbedürfnisse, können zuhören und sind unheimlich nahbar.

Zum Abschluss die obligatorische Frage: Was wünscht Du Dir für die nächsten 60 Jahre?

Ich wünsche mir natürlich, dass die nächsten 60 Jahre so erfolgreich werden wie die vergangenen. Dazu braucht es eine starke Industrie, die es uns erlaubt weiterzumachen, weiterzumachen mit den Mayer-Maschinen – und den Menschen. Durch die Generationen hatten und haben wir neben der beruflichen Zusammenarbeit auch immer eine tolle persönliche Beziehung. Diese erfolgreiche und erfreuliche Tradition wünschen wir uns für die kommenden 60 Jahre.

Circular knitting machines for Argentina: Dimatex team celebrating 60th anniversary of collaboration
Im Jahr 2020, können Mayer & Cie. und Dimatex das 60-jährige Jubiläum ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit feiern. Bild von links nach rechts: Norma Derbes, Sarah Bäck, Diego Ferradás, Fernando Ferradás, Gabriela Menéndez Hässel, Fernando Atadia.
Dimatex' Fernando Ferradás is awarded a certificate for
Rainer Mayer (links) und Peter Mayer (rechts) übergeben Fernando Ferradás im Jahr 1995 eine Urkunde anlässlich der 35-jährigen Zusammenarbeit mit der argentinischen Vertretung Dimatex.
Mayer & Cie. circular knitting sales people at ITMA 2003 in Birmingham.
ITMA 2003 in Birmingham: Mayer & Cie. Vertriebsbereichsleiter Wolfgang Müller, Dimatex Geschäftsführer Fernando Ferradás und Marcus Mayer, Geschäftsführer von Mayer & Cie. (von links).
Certificate for Dimatex being the "agent of the year"
Auszeichnung für den „Vertreter des Jahres“ von 2006, übergeben durch Rainer und Marcus Mayer.

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