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Entwicklung und Zukunft der Rundstrickware.
Neue Funktionsgarne, neue Mode, neue Einsatzbereiche.

Fließende und federleichte Strickstoffe sind weltweit der Renner. Die Geschmeidigkeit und Elastizität vermittelt Tragekomfort, Behaglichkeit und ein einmaliges textiles Wohlgefühl. Erreicht werden diese hervorragenden Trageeigenschaften durch synthetische Garne wie auch Mischungen - vor allem Mikrofasern mit aufplattierten Elastomeren.

Ihr Einsatz ist deshalb gerade in den Bereichen Wäsche und Sportbekleidung zwischenzeitlich dominierend. Auch in Verbindung mit Baumwolle erreichen elastomer-plattierte Stoffe eine weiche, anschmiegsame Optik mit hervorragenden Trageeigenschaften.

Der Einsatz dieser sogenannten Filamentgarnen - also künstlich hergestellter Garne - als Ergänzung oder anstatt natürlicher Garne - hat auch mit der zunehmenden Flexibilität der Rundstrickmaschinen stark zugenommen. Plattieren mit Elastomeren ist längst Standard, doch die Entwicklung geht weiter.

Die Mode nutzt die neuen Garne verstärkt für neue Muster, Strukturen und Optiken durch die Garne selbst. Farb- und Glitzereffekte stehen bei internationalen Modedesignern hoch im Kurs. Und schon spricht man von Bekleidung aus Edelmetallfäden - als Modegag oder aber auch zur Abschirmung des Menschen vor schädlichem Elektrosmog.

Doch die Verarbeitungsmöglichkeit neuer Garne eröff-net auch neue Einsatzbereiche für rundgestrickte Ware, denkt man zum Beispiel an die Innenausstattung von Automobilen. Gerade der Markt technischer Textilien wird für die Rundstrickbranche immer interessanter, was ein Blick in die nahe Zukunft deutlich macht.

Mit speziellen Garnen aus Kunststoffen und Metallen kann Maschenware in der Filtertechnik oder in der Elektrik und Elektronik, zum Beispiel in der Abschirmung von Kabeln, eingesetzt werden. Ein weiteres großes Einsatzfeld könnte der Umweltschutz mit sogenannten Geo-Textilien sein, denkt man an Befestigungen und Sicherungen von Dämmen an Flüssen oder von Abhängen zum Schutz vor Geröll oder wasserbedingten Oberflächenabtragungen bis hin zu Erdrutschen.

Die Verarbeitung zum Beispiel metallischer Garne auf Stahl- oder. Kupferbasis oder auch als Legierung wie zum Beispiel Messing sind schon heute auf Rundstrickmaschinen möglich. Entsprechende Testreihen bei Mayer & Cie. waren sehr erfolgreich.

Allerdings erfordern die spezifischen Materialeigenschaften von Synthetikgarnen und natürlich noch mehr von diesen metallischen Garnen entsprechende Voraussetzungen an der Rundstrickmaschine.

Die Einflussfaktoren neuer Garne auf die Garnzufuhr.

Diese neuen Funktionsgarne sind allerdings deutlich aggressiver, als zum Beispiel Baumwollgarne. Das erfordert entsprechende Voraussetzungen bei praktisch allen garnberührenden Teilen vom Spulengatter über Fournisseur und Fadenführer bis zu den Nadeln.

Bei Spulengattern werden für die Röhrchen Kunststoffmaterialien durch Aluminium ersetzt.

Die Funktion der Garnzuführung über Speicherfournisseure zur Vermeidung von unterschiedlichen Garnspannungen steht in Abhängigkeit zu den eingesetzten Garnen. Um den erhöhten Anforderungen der neuen Garne zu entsprechen, werden die Oberflächen der Fadenräder eloxalbeschichtet sowie die Metallteile bei Fadeneinlauf und Fadenauslauf - wie auch die Fadenführer - keramikpulverbeschichtet.

Auch die Nadeln unterliegen natürlich einem höheren Verschleiß und Nadelhersteller werden zukünftig darauf reagieren müssen.

Der Einsatz metallischer Garne ist noch in der Erprobungsphase und Fadenführer, Nadeln und Schlossteile werden für diese Strickprozesse in Versuchen laufend optimiert. Wichtig ist jedoch die Tatsache, dass es bereits heute möglich ist, reine Metall-Maschenwaren zu stricken, was Mayer & Cie. in entsprechenden Tests bereits beweisen konnte.

Die Sache mit dem "Knick."

Üblicherweise wird das Gestrick als Schlauch aufgewickelt, wodurch an den beiden Warenenden "Knicke", bzw. Bruchkanten entstehen, die beim Einsatz synthetischer Garne einen erhöhten Schnittverlust bedeuten.

Um diesen Kostenfaktor zu vermeiden, wurden Lösungen gesucht, den Warenabzug ohne Bruchkanten zu gestalten. Verschiedene Ansätze waren wenig befriedigend, weshalb eine Entdoubliereinrichtung in der Rundstrickmaschine entwickelt wurde. Doch auch hier wurden mit der Lösung des einen Problems "Knick" neue Probleme durch unpräzises Aufschneiden und vor allem nicht verzugsfreien Warenabzügen aufgeworfen.

Perfekte Entdoublierung von Mayer & Cie.

Eine Entdoubliereinrichtung ohne jeden Stoffverzug wurde erstmals von Mayer & Cie. auf der Messe TECNO TMA in Bologna im Frühsommer 2001 gezeigt. Erreicht werden konnte diese kleine technische Revolution durch die intelligente Kombination von Elektronik und Mechanik. Der elektronisch gesteuerte Warenabzug EPA ermöglicht einen positiven Abzug, der wiederum über die gesamte Stoffbreite einen gleichmäßigen Abzug und eine ebenso gleichmäßige Aufwicklung garantiert. Die Werte für den EPA sind am Display einstellbar und damit auch jederzeit reproduzierbar.

Über eine einfache Einstellung auf die jeweiligen Garne und Warenbreiten sind Stoffverzug und Quetschfalten ausgeschlossen. Die Werte lassen sich an der Skalierung ablesen und können bei Wiederholungsaufträgen übernommen werden.

Um den Stoff schonend und präzise zu schneiden, setzt Mayer & Cie. ein selbstschärfendes Messer ein. Natürlich lässt sich diese Entdoubliereinrichtung vom Stricker auf konventionelles Aufwickeln von Schlauchgestricken umstellen.

Auch bei der Entdoubliereinrichtung, wie bei Standardgestellen, gibt es verschiedene Gestellgrößen - abgestimmt auf den Zylinderdurchmesser der Maschine, wobei die maximalen Stoffbreiten zwischen 2.200 mm und 2.750 mm liegen.

Mayer Entdoubliereinrichtungen arbeiten je nach Größe mit Geschwindigkeiten bis zu 33 U/min. im Dauerbetrieb. Damit bleibt die hohe Maschinenleistung erhalten und Produktivität, Flexibilität sowie Wirtschaftlichkeit lassen sich beim Einsatz sowohl von Single- wie auch von Double-Maschinen durch Entdoubliereinrichtungen deutlich steigern.

Dass der Markt auf genau dieses technologische Konzept gewartet hat, zeigen mehr als 300 verkaufte MCT Maschinen mit Entdoubliereinrichtung seit der ersten Vorstellung vor einem guten Jahr.

Transportprobleme gelöst.

Aufgrund des doch sehr ausladenden Durchmessers war der Transport wie auch das Aufstellen von Entdoubliereinrichtungen ein Problem. Spezialtransporter und oft nicht unerhebliche Eingriffe in die Bausubstanz waren und sind bei verschiedenen Entdoublierangeboten ein Logistik- und Kostenproblem.

Mayer & Cie. hat deshalb bei seinen Entdoubliereinrichtungen auch dieses Problem vorbildlich gelöst. Mit nur wenigen Handgriffen lässt sich die Einrichtung für den Transport auf die Breite eines Standardgestells und damit auf herkömmliche Containermaße reduzieren.

Die Zukunft gewinnen.

Neue Technologien eröffnen in vielen Bereichen, wie auch beim Rundstricken, neue, vor Jahren noch nicht geahnte, Einsatzmöglichkeiten. Und diese Entwicklung hat eine Eigendynamik mit beschleunigender Tendenz.

Deshalb sind die Ingenieure gefragt, laufend die Maschinenkonzepte so weiter zu entwickeln, um dem Rundstricken der Zukunft diese neuen Einsatzgebiete zu eröffnen. Deshalb wird aber auch ein Rundstrickmaschinen-Hersteller wie Mayer & Cie., der schon immer einen wesentlichen Schwerpunkt seiner Leistung in einer starken Entwicklungsarbeit sah und weiter sehen wird, diese Zukunft entscheidend mitgestalten und seinen Kunden ein gutes Stück mehr Zukunft bieten können.


[ 15.11.2002 ]


1. BU: Der Blick in die Zukunft: Ein Umhang, gestrickt aus metallischem Garn auf einer Mayer & Cie. Rundstrickmaschine.
 
2. BU: Positiver Speicherfournisseur CONI SEP mit eloxalbeschichtetem Fadenrad.
 
3. BU: Durch Relativtechnik mit flachen Schlosswinkeln und absolut positiver Nadelführung kann die Reibung und damit der Verschleiß der Nadeln wesentlich reduziert werden. Außerdem laufen die Nadeln ruhig und vibrationsfrei.
 
4. BU: Präziser, stoffschonender Schnitt durch selbstschärfendes Messer.
 
5. BU: Durch einfache, reproduzierbare Einstellung auf die jeweilige Warenbreite kein Stoffverzug.
 
6. BU: Gleichmäßiger Abzug - gleichmäßige Aufwicklung über die gesamte Stoffbreite.
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